Bannwald Hoher Ochsenkopf | © Charly Ebel (Nationalpark Schwarzwald)

Ihre Fragen zum Thema Prozess- und Artenschutz sowie zu den naturschutzfachlichen Gründen der Weiterentwicklung

Gerade bei diesem Kernthema des Nationalparks ist es uns wichtig, dass Sie alle Informationen haben, die Sie benötigen und diese auch verständlich und nachvollziehbar aufbereitet sind. Uns ist es gleichzeitig auch wichtig, dass die Menschen die naturschutzfachlichen Gründe einer Flächenerweiterung nachvollziehen können.

Sie haben Fragen zum Prozess- und Artenschutz oder den naturschutzfachlichen Gründen der Weiterentwicklung? Stellen Sie uns diese gern und wir stehen Ihnen Rede und Antwort.

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Auf der Suche nach Wildnis die Wege verlassen

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Andreas Braun 03.07.2022 08:30 offen

Immer wieder ist beim Wandern zu erleben, dass andere Wanderer "nur kurz" und "ganz leise" die Wege verlassen - auf der Suche nach der berühmten "Wildnis" des Nationalparks. Wie kann der Nationalpark dem Artenschutz und dem Prozessschutz zuliebe diese Unvernunft stoppen?

Umgang mit invasiven Pflanzen

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Stefan 01.07.2022 08:32 offen

Wie wird im Nationalpark mit invasiven Pflanzen umgegangen? Ich denke hier besonders an den Japanischen Staudenknöterich.

Jagd

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Martin 29.06.2022 18:34 offen

Ganz schwierig und nach aussen schwer vermittelbar (finde ich) ist es , dass im Nationalpark noch gejagt wird. Gibt es bei der Erweiterung zu diesem Thema schon Pläne. Bleiben die Abschußzahlen gleich? Bzw. wann wird Jagd endlich beendet im Park?

Auswirkungen der Veränderungen

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13.06.2022 10:23 beantwortet

Wird das Projekt wissenschaftlich von Biologen, Wildökologen, Landwirten,.... begleitet? Werden dabei auch die Veränderungen im Umkreis von ca. 100 km in den Nationalpark erforscht? Wie verträgt sich ein Nationalpark mit der durch den Anstieg der Bevölkerungszahl immer höheren Bevölkerungsdichte?

Beantwortet am: 17.06.2022 10:31

Vielen Dank für Ihre Fragen!

Im Falle einer Erweiterung bzw. Zusammenlegung der Teile des Nationalparks werden die neu hinzugekommenen Gebiete durch die Forschungsabteilungen wissenschaftlich untersucht und die Veränderungen durch Monitoring der Flächen dokumentiert. Der Auftrag der Forschenden erstreckt sich hierbei ausschließlich auf die Fläche des Nationalparks. Veränderungen im Umreis um den Nationalpark werden in Kooperation mit anderen zuständigen Behörden und Forschungsinstitutionen wie z.B. der FVA und der LUBW untersucht. Umgekehrt untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Nationalpark u.a. auch die Auswirkungen von Einträge (Immissionen) aus der Nachbarschaft in den Park wie z.B. Pestizide und Stickstoff aus Weinbau und Landwirtschaft.
Die Bevölkerungsdichte nimmt in Baden-Württemberg und Weltweit zu. Im Umkreis des Nationalparks ist das derzeit nicht der Fall, wohl aber jetzt schon die Anzahl der Besuchenden im Park. Die Nationalparkverwaltung erstellt gerade ein Besucherlenkungskonzept, um Erholung und Wildnisbildung mit den Schutzzielen des Nationalparks abzustimmen.

Falls Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie uns gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Nationalpark-Team

 

Wild

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12.06.2022 13:00 beantwortet

Wie wird geregelt welches Wild hier gefördert wird; werden auch Wölfe in größer Anzahl geduldet ? Gibt es allgemeine Festlegungen über der wildbestand ? Und würden ggf. auch Bären akzeptiert ?

Beantwortet am: 17.06.2022 10:29

Vielen Dank für Ihre Fragen!

Der Prozessschutz (Natur Natur sein lassen) gilt auch für die großen Wildtiere. Der einzige Grund, warum Wildtiere (dazu gehört auch der Borkenkäfer) im Nationalpark getötet werden, ist der Schutz der angrenzenden Wirtschaftswälder. Derzeit wird auf 3.700 ha keine Wildtieregualtions mehr durchgeführt. Ziel ist es, dass diese Wildtierregulation mittelfristig nur noch in der Managementzone (= 25% der Fläche des Nationalparks) betrieben wird. Im Nationalpark werden keine Wildtiere bevorzugt oder gezielt gefördert (Ausnahme ist derzeit für eine kurze Zeit von ca. 6 Jahre das Auerhuhn im Rahmen des Auerhuhnnotfallplan. Dies widerspricht dem Prozessschutzansatz. Diese Ausnahme ist durch die NATURA 2000-Art "Auerhuhn" und deren kritische Bestandessituation leider aus EU-Rechtsnormen notwendig). Es werden auch keine Wildtiere ausgesetzt. Wenn Wölfe, Luchse oder Bären natürlich zuwandern, sind sie willkommen.

Falls Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie uns gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Nationalpark-Team