Loipen Langlauf |© Franziska Schick (Nationalpark Schwarzwald)

Freizeitnutzung

Das oberste Schutzziel im Nationalpark ist es, den natürlichen Prozessen eigenen Raum zu geben, damit sie sich abseits menschlichen Einflusses entfalten können. Dabei ist ausreichend Ruhe für die Tiere, Pflanzen und Pilze entscheidend. Besonders in sensiblen Phasen kann die bloße Nähe von Menschen Tiere stressen und im schlimmsten Fall sogar ihren Tod bedeuten. Gleichzeitig möchte der Nationalpark aber auch Erlebnis- und Erfahrungsraum sein und Einheimischen wie Gästen offenstehen. Beiden Anforderungen gerecht zu werden, ist eine der größten Herausforderungen für die Nationalparkverwaltung.

Wir fragen deshalb Sie:

Was sind Ihre Anregungen zur Vereinbarkeit der Freizeitnutzung durch den Menschen und dem Schutzziel des Nationalparks? Haben Sie Ideen oder Verbesserungsvorschläge, wie der Nationalpark beiden Anforderungen zukünftig gerecht werden kann? Dann bringen Sie Ihre Gedanken hier ein.

Hier im Nationalpark Schwarzwald geht es in erster Linie - getreu dem Nationalparkmotto - „eine Spur wilder“ zu. Mittlerweile gilt auf etwas mehr als 50 % der Fläche, in der sogenannten Kernzone, dass der Mensch sich weitgehend aus der Gestaltung, Steuerung aber auch der Nutzung zurücknimmt. Trotzdem wird die Natur im Nationalpark an manchen Stellen durch verschiedene Menschen „genutzt“. „Nutzung“ wird hier als wertfreie Beschreibung für all jene Aktivitäten verwendet, die die Menschen in ihrer Freizeit auf die Flächen des Nationalparks bringen. Draußen in der Natur unterwegs zu sein ist für viele Menschen mehr als nur ein Hobby. Es ist ein Weg dem Alltag zu entfliehen, Ruhe und Erholung zu finden in einer eng getakteten Welt. Der Aufenthalt in der Natur trägt somit auch zur Lebensqualität bei. Der Nationalpark beherbergt deshalb nicht nur eigene und in sich geschlossene Themenwanderwege, sondern ist zudem auch an das (Fern-)Wandernetz angeschlossen. Angebote begrenzen sich daher nicht nur auf die Fläche des Nationalparks, sondern sind auch anschlussfähig zur Region. Hier arbeitet der Nationalpark eng mit der Nationalparkregion Schwarzwald zusammen. Dabei finden Menschen nicht nur zu Fuß den Weg in die Natur. Der Nationalpark bietet Aktiven auch Möglichkeiten mit dem Fahrrad, Langlaufskiern oder zu Pferd im Gebiet unterwegs zu sein.

Spätestens seit der COVID19-Pandemie haben viele Menschen den Ausflug in die Natur schätzen gelernt. Auch im Nationalpark Schwarzwald steigen die Besuchszahlen seither stark an. Damit vermehren sich leider auch die negativen Zeichen menschlicher Anwesenheit. Das Team der Rangerinnen und Ranger berichtet etwa von mehr und mehr Müll in der Natur, überfüllten Wanderwegen und Parkplätzen und einer hohen Lärmbelastung durch Verkehr und Gäste. Das oberste Schutzziel im Nationalpark ist es jedoch, den natürlichen Prozessen eigenen Raum zu geben, damit sie sich abseits menschlichen Einflusses entfalten können. Dabei ist ausreichend Ruhe für die Tiere, Pflanzen und Pilze entscheidend. Besonders in sensiblen Phasen kann die bloße Nähe von Menschen Tiere stressen. Im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, kann die Flucht vor Menschen für Wildtiere sogar den Tod bedeuten. Auch für das vom Aussterben bedrohte Auerhuhn ist Ruhe in der Balz- und Brutphase sehr wichtig.

Es ist eine der größten Herausforderungen für die Nationalparkverwaltung, einerseits das Erleben des Nationalparks zu ermöglichen und andererseits Bereiche zu schaffen, die weitgehend störungsfrei sind. Vor Ausweisung des Nationalparks wurde die Fläche nicht nur zum Wandern oder Radfahren genutzt. Zahlreiche Wege zeugen zusätzlich von der forstlichen Nutzung. Ein solch dichtes Wegenetz aus Wander-, Rad- und Forstwegen schafft ein hohes Störungspotenzial, da kaum Bereiche nicht zugänglich sind und sich der nächste Weg meist nur wenige hundert Meter entfernt befindet. Als erster Schritt wurde deshalb unter Beteiligung der Region eine umfassende Wegekonzeption erarbeitet. Eine der beschlossenen Maßnahmen ist dabei die Ausdünnung des alten Wegenetzes. Dafür werden beispielsweise in besucherschwachen Flächen Wege geschlossen und wieder der natürlichen Entwicklung übergeben. Andererseits müssen die Besucherinnen und Besucher – Gäste wie Einheimische - so gelenkt werden, dass sie sich nicht zu sehr ballen und nicht in sensible Gebiete vordringen, die eigentlich besonders geschont werden müssen. Hier ist die Nationalparkregion Schwarzwald ein zentraler Partner für den Nationalpark. Durch ein Mosaik attraktiver Angebote in der gesamten Nationalparkregion können Besucherströme besser gelenkt und entzerrt werden. 

Ausführliche Informationen zu Möglichkeiten der Freizeitnutzung im Nationalpark sowie zur Wegekonzeption finden Sie auf der Website des Nationalparks Schwarzwald:

  • Unterwegs im Nationalpark hier

  • Wegekonzept hier